Der Mut wächst immer mit dem Herzen
und das Herz mit jeder guten Tat.
(Adolph Kolping)

Kontakt

Wer die Menschen gewinnen will,
muß sein Herz zum Pfand geben.
(Adolph Kolping)

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Menschen sind wir Rechenschaft schuldig nach dem Gesetz,
aber Gott nach dem Herzen.
(Adolph Kolping)

Kontakt

Für Christen ist nicht bloß der Himmel eine gemeinsame Heimat,
sondern auch die Erde, wo sie nämlich zusammen sind.
(Adolph Kolping)

Kontakt

Die wahre christliche Liebe
muß aufs neue die Welt erobern.
(Adolph Kolping)

Kontakt

Die Nöte der Zeit werden euch lehren,
was zu tun ist.
(Adolph Kolping)

Kontakt

Wir können viel, wenn wir nur nachhaltig wollen;
wir können Großes, wenn tüchtige Kräfte sich vereinen.
(Adolph Kolping)

Kontakt

Rückblick

Pfingstnovene 2019

Auch in diesem Jahr hat die Kolpingsfamilie Rottenburg in Kooperation mit den Kirchengemeinden wieder zur Pfingstnovene eingeladen, um sich in den Tagen vor Pfingsten betend auf das Pfingstfest vorzubereiten.
Herzensbildung unter dieses Leitwort hatte Renovabis die diesjährige Pfingstnovene gestellt. Neu auf Gottes Wort zu hören, seine Botschaft für mich im Jetzt zu erfahren und gestärkt in den Alltag zu gehen.

 

 

Wie lernte der Mensch sprechen?

Ein Vortrag zur Entstehung der Sprache von Prof. Dr. Augustin Speyer, Professor für Systematik und Grammatik der deutschen Sprache an der Universität des Saarlandes

Am Montag, 25. Februar 2019 fand im Kolpinghaus ein Vortrag von Prof. Dr. Augustin Speyer (Universität des Saarlandes) vor einem fast vollständig gefüllten Saal statt. Nach einer Einführung in die Methoden der historischen Sprachforschung und ein paar Grundprinzipien - z.B., dass Sprache sich dauernd wandelt, man anhand dieser Wandelprozesse aber auch frühere Sprachstufen rekonstruieren kann - widmete sich der Vortrag dem Thema der Entstehung der Sprache. Da auch im Tierreich Kommunikationssysteme vorhanden sind, liegt der Ursprung der Sprache vermutlich relativ weit zurück. Anhand menschlicher Fossilien, an denen man abschätzen kann, ab wann der Mensch anatomisch und vom Denkvermögen her in der Lage war zu sprechen, lässt sich schätzen, dass bereits der Homo erectus, ein Vorfahr des heutigen Homo
sapiens, vor 300.000 Jahren in der Lage war zu sprechen. Im letzten Teil des Vortrags wurde die älteste rekonstruierbare Vorfahrensprache der meisten unserer europäischen Sprachen vorgestellt, das Proto-Indoeuropäische, das vor ca. 5000 Jahren im Gebiet nördlich des Schwarzen Meeres gesprochen wurde.

 

 

Ehrungen für langjährige Kolpingmitglieder

Bei der diesjährigen Adventsfeier in der Kolpingfamilie Rottenburg am 16. Dezember wurden einige langjährige Mitglieder geehrt. Für 25 Jahre Mitgliedschaft wurden folgende Mitglieder ausgezeichnet: Reinhard Börger, Elisabeth Löffler, Josef Schnell. 40 Jahre dabei ist Dr. Gerhard Neudecker, für 50 Jahre Mitgliedschaft wurde Alfons Heberle geehrt. Mit Josef Dangel und Rolf Seeger waren zwei Jubilare dabei, die bereits auf 60 Jahre zurückblicken können; noch länger, nämlich 70 Jahre, bei der Kolpingfamilie ist Ernst Schiebel, der u.a. für sein Engagement bei der Kolpingsfamilie Rottenburg und bei der Abendrealschule auch unlängst mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet worden war. Ernst Schiebel hielt dann auch eine Ansprache, in der er Bereitschaft zum sozialen und bürgerschaftlichen Engagement anmahnte, eine Tugend, die immer mehr verlorengeht.

Schriftführer Prof. Dr. Augustin Speyer

 

v.l.n.r. Rolf Seeger (60 Jahre),  Martin Müller (1. Vorsitzender), Dr. Gerhard Neudecker (40 Jahre), Elisabeth Löffler (25 Jahre), Ernst Schiebel (70 Jahre), Josef Schnell (25 Jahre), Alfons Heberle (50 Jahre), Reinhard Börger (25 Jahre), Josef Dangel (60 Jahre), Thomas Weißhaar (Präses). Foto: Barbara Müller

 

 

Redet ihr noch miteinander, oder habt ihr schon ‚deilt‘?

1. Vortrag zum Thema ‚Clever vererben‘ im Kolpinghaus Rottenburg

Das Vortragsprogramm der Kolpingsfamilie Rottenburg e.V. startete mit einem immer aktuellen und immer relevanten Thema: Wie gehe ich vor, um meinen Besitz möglichst reibungsfrei zu vererben? In Zusammenarbeit mit der Katholischen Erwachsenenbildung des Landkreises Tübingen bietet die Kolpingsfamilie eine Reihe von zwei Vorträgen zu diesem Thema an. Der erste fand am Montag, dem 8.Oktober im Kolpinghaus statt, als Referentinnen konnten die Rechtsanwältin Christine Haaser und die Steuerberaterin Viktoria Gölz gewonnen werden, zwei ausgewiesene Expertinnen auf dem Gebiet.

Der Gesetzgeber bietet neben dem klassischen Testament vielfältige Möglichkeiten, erbrechtliche Angelegenheiten zu Lebzeiten und für den Todesfall geschickt zu regeln. Um das Familien-Vermögen möglichst zu erhalten, ist es ratsam, sich bereits zu Lebzeiten mit dem Thema auseinander zu setzen. Denn einerseits kann durch eine geschickte Gestaltung und Steuerplanung im Voraus oft viel Geld gespart werden, andererseits hilft oftmals eine Abstimmung des letzten Willens gemeinsam mit den Erben dabei, Erbschaftstreitereien und Zerwürfnisse in Familien zu vermeiden.

Der Vortrag griff einige klassichen Themen beispielhaft auf: z.B.: Wie gehe ich vor, wenn ich mein Eigenheim vererbe, um die erbschaftssteuerlichen Abzüge möglichst gering zu halten? Wann ist es sinnvoll, vorab Teile des Vermögens an die zukünftigen Erben zu verschenken? Der Gesetzgeber sieht genügend Spielräume vor, die, intelligent genutzt, die Steuerlast verringern können, gerade auch für mittelständige, familiengeführte Unternehmen.

Unabhängig von der Frage der Besteuerung gibt es aber auch genügend Fallstricke beim Vererben an sich. Der Gesetzgeber sieht zwar eine Erbfolge vor,andere Formen der Partnerschaft wie z.B. Patchworkfamilien sind aber nicht vorgesehen, so dass es dort auf jeden Fall zu Unsicherheiten kommen kann. Ein Testament zu verfassen oder einen Erbvertrag zu schließen sind auf jeden Fall Lösungen, doch muss man auch dort einige Dinge berücksichtigen, wie z.B. Pflichtanteile.

Es lohnt sich jedoch in jedem Fall, gerade auch bei größeren Vermögenswerten bzw., wenn komplizierte Familienverhältnisse vorliegen, fachmännische Hilfe in Anspruch zu nehmen, da es durchaus juristische und steuerliche Fallstricke gibt, die es zu vermeiden gilt.

Der hochinformative, lebendige Vortrag kam bei den zahlreichen Zuhörern – davon gut die Hälfte Nicht-Kolpingmitglieder – sehr gut an. Die Fortsetzung des Themas findet am 22. Oktober 2018, wieder um 19.30 im Kolpinghaus Rottenburg statt. Hierbei wird der Schwerpunkt auf Vollmachten liegen.

Prof. Dr. Augustin Speyer, Schriftführer der Kolpingfamilie Rottenburg e.V.

 

 

miteinander.versöhnt.leben.

Pfingstnovene 2018

Eine gute Tradition ist es geworden, dass die Kirchengemeinden Rottenburgs und die Kolpingsfamilie in den Tagen vor Pfingsten zusammen zur Pfingstnovene einladen. "miteinander versöhnt leben" unter diesem Motto standen in diesem Jahr die verschiedenen Tage. Gebetet wurde jeden Abend in einer anderen Kirchen oder Kapelle der Stadt.

 

 

Maiandacht am 07.05.2018

Es ist eine gute Tradition der Kolpingsfamilie Rottenburg, die Gottesmutter jedes Jahr mit einer besonderen Maiandacht in der Weggentalkirche zu grüßen. So auch dieses Jahr – und viele kamen, beteten und sangen, die Kirche war gut besetzt. Gestaltet wurde der Gottesdienst von Präses Domkapitular Thomas Weißhaar, der mit berührenden Texten und einer kurzen, launigen Ansprache auf den Bund Gottes mit den Menschen hinwies, für den Maria steht. Besonderen Glanz verliehen der Andacht die beiden Sopranistinnen Michaela Biesinger und Annette Klaiber-Bächle, die vier Mariengesänge darboten. Und als nach dem Segen Präses Weißhaar zum – ebenso traditionellen – Bratwurstessen ins Kolpingshaus lud, folgten wieder viele der Einladung und konnten sich an den hervorragenden Bratwürsten und köstlichen Salaten verlustieren.

 

 

Aktuelle Herausforderungen in der Bestattungs- und Trauerpastoral

Vortragsabend mit Weihbischof Mätthaus Karrer am Montag, 22.01.2018 im Kolpinghaus Rottenburg

Bericht SCHWÄBISCHES TAGBLATT:
Plädoyer für pastorale Klugheit
Erschienen: 25.01.2018
© Schwäbisches Tagblatt GmbH

Trauerfeiern. Weihbischof Matthäus Karrer sprach am Montagabend bei der Kolpingsfamilie über „Herausforderung Trauerpastoral und Bestattung“. Dabei ging er auch auf das Verbot nicht-christlicher Trauerfeiern in der Sülchen- und Klausenkirche ein.

Die Auferstehung ist das Herzstück unseres Glaubens“ und „wie wir mit unseren Toten umgehen, da zeigt sich, welches Menschenbild wir haben“ betonte Weihbischof Matthäus Karrer am Montagabend im Rottenburger Kolpinghaus bei seinem Vortrag, zu dem gut 40 Interessierte gekommen waren. In einem geschichtlichen Rückblick erinnerte er daran, dass Tote einst unter Steinen, in Höhlen oder Erdlöchern versteckt wurden. In Rom gab es die Katakomben, wo man Gräber oft mit dem Zeichen der Fische, dem ältesten christlichen Symbol, kennzeichnete. Später folgte eine Epoche – so in einem Kindergrab in Sülchen – wo Verstorbene eine Münze unter die Zunge gelegt bekamen, um die Reise ins Totenreich bezahlen zu können. Es entstanden Kirchhöfe um die frühen Kirchen. Danach kamen die Friedhöfe raus aus der Stadt; dort freilich wurde nur die ärmere Bevölkerung bestattet. Es waren „verwahrloste, trostlose Orte, wo die Totengräber ihr Gemüse gepflanzt haben!“ Die Adeligen und Wohlhabenden, sagte Karrer, „ließen sich in der Kirche begraben“, woran zahlreiche Epitaphien erinnern.

Kein Ort zum Trauern

Nach der Säkularisation seien die – fortan parkartig gestalteten - Friedhöfe nicht von den Kirchen, sondern von den Kommunen verwaltet worden. Beerdigungen wurden ein gesellschaftliches Ereignis: „A schöne Leich“ mit standesgemäßer gastronomischer Komponente von der Bratwurst mit Kartoffelsalat bis zum erlesenen Menü. Zunächst sei die (vor allem bei Atheisten praktizierte) Feuerbestattung verboten gewesen, inzwischen jedoch akzeptiert. Vorbehalte habe die Katholische Kirche bei Anonymen Bestattungen: „Die Angehörigen haben keinen Ort zum Trauern“ sagte Karrer. Erfreulich seien die neuen Gräberfelder für abgetriebene, fehl- und totgeborene Kinder: „Früher wurden die Föten einfach entsorgt!“ Bei Baum- und Friedwaldbestattungen hätten sich die Kirchen unterschiedlich positioniert. Während die Evangelische Kirche keine Bedenken habe, bedaure die Katholische Kirche, dass Verstorbene „aus ihrem Lebensraum verdrängt werden“. Sie bleiben auch nach dem Tod Teil einer Gemeinschaft. Bestattungen seien im Übrigen nicht nur ein liturgischer, sondern auch ein diakonischer Dienst: „In einer christlichen Trauerfeier wie im (auch für Selbstmörder gefeierten) Requiem – der ältesten Form des christlichen Gottesdienstes – wird die Auferstehung verkündet.“ Bischof Gebhard Fürst wünsche, dass die Gemeinden wieder mehr die Verantwortung für die Bestattungen übernehmen.

Brücken bauen

Zur aktuellen Diskussion um die Benutzung der Sülchen- und Klausenkirche für nichtchristliche Trauerfeiern erläuterte der Weihbischof, dass Rottenburg in der ganzen Diözese fast die einzige Stadt sei, die nicht über neutrale Aussegnungsräume verfügt. Beide Gotteshäuser seien Filialkirchen („in denen man nicht alles machen kann“) mit dem Recht der Kirche, über die (Be-)Nutzung selber zu entscheiden, was in manchen Leserbriefen in Abrede gestellt worden sei. Die Kommune müsse dafür sorgen, dass etwas gemacht werde. Karrer bedauerte die „Kommunikationspannen“ und plädierte dafür, „Brücken zu bauen – ich möchte keine Schuldigen suchen!“

In der anschließenden Fragerunde kam dieses Thema nochmals zur Sprache mit Kritik an den katholischen Kirchengemeinden – „etwas, das die ganze Stadt bewegt“. Domkapitular und Offizial Thomas Weißhaar – Präses der Kolpingsfamilie – warf ein, folgende Frage stelle sich an die Stadt, unabhängig davon „ob wir die Kirchen öffnen oder nicht: Wenn ich auf einem Rottenburger Friedhof bestattet werde, zwingt man mich, in der Kirche zu feiern. Doch was geschieht, wenn jemand sagt, ich möchte nicht in einem kirchlichen Raum verabschiedet werden?“

Andererseits, so bedauerte eine Diskussionsteilnehmerin, „schlagen wir die Tür zu für Menschen, die in einer schweren Situation sind“. Ein weiterer Zuhörer bezeichnete es als „unchristlich, die Leute auszuschließen – die Barmherzigkeit geht vor!“

Weihbischof Karrer empfahl „pastorale Klugheit“ und verwies auf die Kommune, die am Zug sei mit der Bereitstellung eines alternativen Raumes oder Genehmigung für den Bau durch einen privaten Unternehmer. Die „Botschaft von heute“ sei das Wissen darüber, „welche Schätze wir in der christlichen Bestattungskultur haben, deshalb können wir auch mal etwas zulassen!“

 

 

Hilfe zur Selbsthilfe - aus der Arbeit der Malawi-Freunde Rottenburg e.V.

Vortragsabend mit Dr. Holger Keppel am Montag, 13.11.2017 im Kolpinghaus Rottenburg

Der ehemalige Rottenburger Baubürgermeister Dr. Holger Keppel ist seit seinem Ausscheiden aus dem Amt Ende 2011 als freiwilliger Senior-Entwicklungshelfer im südostafrikanischen Malawi unterwegs. Er organisiert dort Workshops in Slumgebieten zur Verbesserung der dortigen Lebensverhältnisse.

Zuletzt führte er im Norden von Malawi - mit Unterstützung der Stadt Rottenburg - einen Klima- und Umweltworkshop durch, hieraus erfolgten bereits ganz konkrete Projekte, wie ein Toilettenbauprogramm und ein Energiepatenschaftsprogramm für malawische Familien.

Parallel erfolgte Ende 2013 die Gründung von Malawi Freunde Rottenburg e.V. mit derzeit bundesweit 80 Mitgliedern. Der Verein unterstützt auf vielfältige Weise mit eingeworbenen Spenden die Weiterentwicklung und den Ausbau der Tawuka Secondary School in Chilumba im Norden von Malawi.

Über seine Eindrücke, Erlebnisse und Erfahrungen hat Dr. Holger Keppel berichtet.

 

 

Innenansichten der Kurie - Ein Experte berichtete aus dem Vatikan

Vortragsabend mit Kardinal Dr. Rauber, Ergenzingen, am Montag, 10.07.2017 im Kolpinghaus Rottenburg

Kardinal Rauber, der so manchen in Rottenburg als Pensionär auf der Liebfrauenhöhe bekannt ist, besuchte am Montag 10. Juli um 19.30 Uhr die Kolpingsfamilie Rottenburg (Kolpingshaus Eberhardtstraße 4). Unter dem Titel Innenansichten der Kurie hat Kardinal Rauber - aufgrund seiner Erfahrung als langjähriger Mitarbeiter der Kurie im Staatssekretariat, aber auch als Nuntius im diplomatischen Dienst und Leiter der Päpstlichen Diplomatenakademie -  Einblicke in die Arbeit der Kongregationen und der Funktionsweise der Römischen Kurie gegeben.

 

 

Bildung 4.0 – Die Revolution in Ausbildung und Arbeitswelt geht weiter

Vortragsabend mit Prof. Dr. Ottmar Schneck, Rektor SRH Fernhochschule Riedlingen am Montag, 20.03.2017 im Kolpinghaus Rottenburg

Arbeit 4.0 wird die Veränderung der gesamten Arbeitswelt aufgrund der Digitalisierung genannt. Eine Arbeitswelt, die mit einer großen Datenmenge vernetzt sowie zeit- und ortsunabhängiges in Projekten daher kommt. Bereits 15 Mio Erwerbstätige arbeiten als so genannte Co-Worker, d.h. temporär an meist komplexen zum Teil global vernetzen Projekten. Ob zum Beispiel eine Programmierarbeit von einem Inder aus Mumbai oder einem Schwaben aus Rottenburg erledigt wird, ist dem Auftraggeber dabei relativ egal. Diese vernetzte und digitale Arbeit 4.0 braucht eine entsprechende Bildung 4.0, die dann nicht mehr in Präsenz und im Seminarraum real statt findet, sondern mobil, digital und künftig evtl. sogar virtuell.

Davon sprach Prof. Dr. Ottmar Schneck, Rektor der SRH Mobile University, die selbst mit einem E-Campus und an 12 Standorten in Deutschland mobiles, zeit- und ortsunabhängiges Lernen anbietet. Ausgehend von den Bildungsidealen Alexander von Humboldts, den Errungenschaften der Bolognareform und mit Ausblicken in die neue digitale Welt, zeigte er die Anforderungen an das künftige Bildungssystem auf.

 

 

 

Israel und Palästina – Biografische Notizen  eines Lebens auf der Grenze

Ein Abend mit Herrn Dr. Georg Dürr und Frau Ute Augustyniak-Dürr am Montag, 06.03.2017 im Kolpinghaus Rottenburg

Kann eine christliche Schule auf der Grenze zwischen Israel und Palästina inmitten des Nahostkonflikts einen Beitrag zu einem friedlichen Miteinander von Menschen unterschiedlicher Kulturen und Religionen leisten? Wie kann man an einer Schule einen Alltag gestalten, wenn er immer wieder durch Ausgangssperren, Militäraktionen und Gewalt durchbrochen wird?

Der palästinensisch-israelische Konflikt sowie seine Hintergründe und Spielarten werden im Alltag der christlich-palästinensischen Schule Talitha Kumi konkret. Die Mauer trennt heute Menschen, die sich noch vor etlichen Jahren treffen und miteinander feiern konnten. Im Schatten der Mauer wuchern die Vorurteile über den anderen und mit den Vorurteilen greift die Angst um sich. Talitha Kumi versucht dieser Entwicklung mit seiner schulischen Bildung und mit seinem Gästehaus als Ort der Begegnung von Palästinensern und Israelis entgegenzuwirken.

In ihrem Vortrag rückten Ute Augustyniak-Dürr und Dr. Georg Dürr den Nahostkonflikt in die Welt erfahrener Wirklichkeit.

Ute Augustyniak-Dürr, heute Ordinariatsrätin in der Diözese Rottenburg-Stuttgart, lebte mit ihrem Mann von 2004 bis 2010 in Talitha Kumi, einer Schule in der Nähe von Bethlehem, unterrichtete Deutsch und begleitete als Theologin mehrere interreligiöse Projekte. Als Mutter von 2 Kindern, von denen eines in Israel zur Schule ging, war sie auf beiden Seiten der Mauer in die jeweilige Schulgemeinschaft stark eingebunden.

Der ehemalige Schulleiter des Eugen-Bolz- Gymnasiums, Dr. Georg Dürr, war nach seinen Jahren als Schulleiter in Namibia und in Südafrika während der Abschaffung der Apartheid bestens auf die Leitung der Schule Talitha Kumi vorbereitet. Auch hier in der Westbank galt es Kindern, die von Vielem ausgeschlossen waren, eine Zukunft zu ermöglichen. Dr. Georg Dürr war bis 2016 Beauftragter des Landes Baden-Württemberg für die Deutschen Schulen im Ausland.

 

 

Der Martinusweg - Von der Entstehung eines neuen Glaubensweges quer durch Europa und quer durch die Kulturen

Ein Abend mit Constantin Weyrich, Tübingen und Rolf Seeger, Rottenburg am Montag, 25.04.2016 im Kolpinghaus Rottenburg

Über dieses vielleicht widersprüchlich anmutende Thema referierte Constantin Weyrich, Vorstandsmitglied der „Martinusgemeinschaft Rottenburg-Stuttgart" mit der Funktion eines „Pilger-Außenministers“ der Gemeinschaft. Er bot einen spannenden Blick hinter die Kulissen dieses europäisch angelegten Kultur -und Pilgerweges. Von der Geburtsstadt Sombathely in Ungarn führt die Route über Eisenstadt, Linz durch Bayern und hinüber ins Württembergische. Mit 1200 km Haupt- und Regionalwegen führt ein Wegenetz viele Martinskirchen verbindend  durch die Diözese Rottenburg-Stuttgart und weiter nach Worms, Trier, Reims und  in die der Bischofsstadt Tours, wo der Hl. Martin  auch beigesetzt ist.

Der Europarat hat den Weg als Kulturweg durch Europa angelegt, bewusst ohne spirituellen, religiösen Anspruch. Je nach unterschiedlichen Gegebenheiten der zu durchquerenden  Länder variiert die Definition zwischen Kulturweg, frei religiöser Motive einerseits und als Pilgerweg  verbunden in der Verehrung des Hl. Martin, seinen  bunten Traditionen und Festen in Erinnerung des Heiligen andererseits.

Die Gefahr sich über die rechte Definition des Martinusweges zu streiten, drängt sich beinahe auf. Dort wo Kirche und Staat strickt getrennt sind, darf das Pilgersymbol je nach Deutung als Kreuz oder symbolisiertem Schwert oder dem kleinen t im Namenszug (es könnte ans Kreuz erinnern) des Martin nicht öffentlich erscheinen. In den stark säkularisierten Ländern steht dafür das Symbol eines Fußabdrucks ergänzt mit Schwert und Mantel. Das sind Realitäten der jeweils  nationalen und kirchlichen Institutionen mit unterschiedlichen Rechtsauffassungen.

Die in den Institutionen engagierten Menschen verstehen dies jedoch nicht als trennende  Gegensätze, sondern sie fördern vielmehr  im Geiste des Hl. Martin die gegenseitige Bereicherung, um  eine Brücke zu bauen zwischen den ganz unterschiedlichen Motiven der wandernden und pilgernden Menschen jenseits jeglicher Überzeugung. So vermag der Geist des Martin nicht nur die Wege durch europäische Länder zu verbinden, sondern auch die sich aufeinander zu bewegende Menschen mit all ihren religiösen Überzeugungen. Ein eigenes Modell europäischen Wachsens auf der Erfolgsspur, dank dem Geist des Martin von Tours , lässt sich so eindrucksvoll aufzeigen.

Ein aktuelles Beispiel: Als sich die Republik Österreich durch Grenzzäume nach Ungarn vor Flüchtlingen schützen wollte, mussten die Grundstückseigentümer ihre Zustimmung für das Bauwerk erteilen. Die Martinsdiözese Eisenstadt hat ihre Zustimmung auf ihrem Grund zu bauen dazu verweigert. Der dortigen Bischof sagte: „Europa braucht mehr Martin!“.

Übrigens: Zwischendurch gab‘s für die Gäste ein „ Martins-Schokolädle“ als kleine Pilgerstärkung fürs Zuhören.

Von der Weite Europas zurück ins Neckartal gab es einen Überblick über den Verlauf des Martinusweges und des Jakobuswegs durch das wunderschöne Dekanat Rottenburg. Beide Wege kreuzen sich vor dem Martinsdom und führen an zehn Martinsdarstellungen vorbei.

Auf dieser kurzen Pilgerstrecke wird die Kolpingsfamilie Rottenburg am 4. Juli 2016 pilgern. Zu dieser kleinen Kostprobe des Pilgerns sind Gäste sehr willkommen!

Ein Fürbittgebet zum Hl. Martin beendete den Abend. Mit einem  aktuellen Pilgerausweis des Martinusweges und  aktuellem Pilgerstempel zum Martinusjahr und dem Martinsdom traten die Gäste in aufkommender Pilgerstimmung den Heimweg an.

Rolf Seeger

Siehe auch www.martinuswege.de

Logos Martinusweg